„Aus Nachtbussen werden schnell Geisterbusse“ – Liberale Jugendorganisation kritisiert Vorstoß der Jungen Union

Wer abends in Kempten und Umland noch länger unterwegs ist und auf kein eigenes Auto zurückgreifen kann, kennt das Problem: wie komme ich jetzt noch nach Hause? Die Junge Union hat hierzu den Einsatz von nächtlichen Bussen gefordert. Kritisch sehen dies die Jungen Liberalen: „Wir sehen zwar auch das Problem, dass wir im Allgäu abends kein ausreichendes und flächendeckendes ÖPNV-Angebot haben. Allerdings braucht es hier eine intelligentere Lösung. Mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, ist wenig sinnvoll“, kritisiert Vorstandsmitglied und schwäbische Bezirksrätin Daniela Busse. Zum einen stellen die Jungen Liberalen keine ausreichende Nachfrage fest, um den nächtlichen Einsatz von Bussen zu rechtfertigen. Dies sei weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll. Zum anderen gebe es mit dem Anrufsammeltaxi bereits eine bedarfsgerechtere Alternative. „Aus Nachtbussen werden schnell Geisterbusse. Mit einem flächendeckenderen Angebot von Sammeltaxen könnte man die Nachfrage effizienter befriedigen. Deshalb fordern wir einen Ausbau des AST im Hinblick auf die Strecken und die Zeiten“, so die Vorsitzende Michelle Diepolder. Kai Fackler, Bundestagskandidat für den Wahlkreis Ostallgäu würde sich ein solches Netz für alle Allgäuer Landkreise und Städte wünschen. Für die Zukunft fordern die JuLis für das Problem der Mobilität auf dem Land jedoch mehr Weitsicht von den Kommunen. „Der ÖPNV muss mit der Zeit gehen und die Chancen der Technik nutzen. Ein individualisierter und autonomer öffentlicher Nachverkehr muss das Fernziel der Verkehrspolitik – auch und vor allem im Allgäu – sein“, mahnt Michael Käser, Oberallgäuer Kreisrat und Schatzmeister der Jungen Liberalen Allgäu