Mebis has fallen. Junge Liberale Allgäu laden zum digitalen Talk mit Matthias Fischbach, MdL

Beim Talk der FDP-Jungendorganisation gingen diese zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Lehrer- und Schülerschaft sowie Matthias Fischbach, dem bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, den Digitalisierungsschwierigkeiten an bayerischen Schulen auf den Grund. Mebis sei dabei ein Symbol für das Versagen der Digitalisierung in der Bildungspolitik. Laut Michelle Diepolder, Vorsitzende der Jungen Liberalen Allgäu, dürfe es durch die Corona-Pandemie allerdings nicht zu einer verlorenen Generation kommen.
Dominik Ohmayer, der als Vertreter der Schüler zu Gast war, kritisierte vor allem die mangelnde Internet-Infrastruktur. Ebenso sei das technische Know-How und der individuelle Einsatz einiger Lehrkräfte nicht immer zufriedenstellend. Auch die beiden eingeladenen Lehrkräfte Alexander Miletic und Indes Dollinger bestätigten im Rahmen des Zoom-Talks, dass die Plattform Mebis überlastet und wenig zielführend sei. Derzeit koche jede Schule ihr eigenes Süppchen, vieles sei vom Engagement der Schulleiterinnen und Schulleiter abhängig. Eine einheitliche Strategie lasse bislang auf sich warten. Alexander Miletiv, Lehrer an einer Wirtschaftsschule im Allgäu, ist überzeugt, dass eine Plattform, in der alles zusammenläuft, das Ziel sein müsse. Auch das Thema Datenschutz sei bislang noch unausgegoren.

Die FDP im Bayerischen Landtag hatte bereits vor Tagen den Rücktritt des Kultusministers der Freien Wähler gefordert. Die Fördertöpfe auf Bundes- und Landesebene seien laut Aussage des bildungspolitischen Sprechers der bayerischen Freien Demokraten leider viel zu bürokratisch und wiesen zu hohe Hürden auf. Für die Sachaufwandsträger sei es daher so schwer, Gelder erfolgreich zu beantragen. Zudem weise die gesamte Projektorganisation im Ministerium erhebliche Defizite auf. „Digitalisierung in der Bildung ist nicht erst seit der Pandemie wichtig. Corona hat die großen Lücken allerdings wie ein Brennglas hervorgehoben. Piazolo hat es in all der Zeit nicht geschafft, sich als guter Krisenmanager hervorzutun. Er hat seine Hausaufgaben nicht gemacht und setzt nun mit seiner dilettantischen Vorgehensweise die Zukunftschancen unsere Kinder aufs Spiel. Der Kultusminister ist daher nicht länger tragbar“, so das Fazit von Matthias Fischbach. Wie sich die Liberalen die Zukunft der Digitalisierung an den Schulen vorstellen? Die Politik sollte wieder mehr auf die beiden Grundpfeiler Freiheit und Eigenverantwortung setzen. Schulen bräuchten wieder mehr Gestaltungsspielraum, in denen sie Neues ausprobieren können. Die Entscheidungsfreiheit sollte auch bei den Fördermitteln bestehen, denn „die Schulen wissen am besten, wofür sie die Gelder am effektivsten einsetzen können“, so Fischbach abschließend.