Junge Liberale kritisieren Alkoholverbot und Sperrstunde in Memmingen

In Memmingen gelten seit Dienstag verschärfte Corona-Maßnahmen. Für die Jungen Liberalen Allgäu ein richtiger Schritt, doch manche dieser Einschränkungen sind in den Augen der Mitglieder reine Symbolpolitik, ohne einen echten Beitrag zum Infektionsschutz. Dabei bezieht sich die Jugendorganisation der FDP vor allem auf die Sperrstunde für die Gastronomie und ein Alkoholverbot an einigen Plätzen in der Memminger Innenstadt. „Eine Sperrstunde in der Gastronomie ist weder zielführend noch verhältnismäßig“, so Fritz Tröger, FDP-Stadtrat und Mitglied der Jungen Liberalen. „Die Gastronomiebranche hat bisher wohl am meisten unter der Pandemie gelitten und wird jetzt zusätzlich abgestraft. In einem Restaurant oder einer Bar mit funktionierendem Hygienekonzept ist die Ansteckungsgefahr nach 23 Uhr doch nicht höher ist als tagsüber“.

Auch das Alkoholverbot in bestimmten Bereichen in der Innenstadt stößt auf Kritik. Kai Fackler, Bundestagskandidat für die FDP und ebenfalls Mitglied der Jungen Liberalen, hält diese Einschränkung für ,,realitätsfremd“. Sie sei ,,nicht nur ein unverhältnismäßiger Eingriff in den öffentlichen Raum, sondern auch komplett sinnlos. Bei den aktuellen Außentemperaturen trifft sich doch niemand abends in einer Innenstadt, die schon in Sommernächten wie ausgestorben ist.“

Die Jungen Liberalen sehen bei den steigenden Infektionszahlen durchaus die Notwendigkeit zum Handeln, merken jedoch an, dass nicht alles, was rechtlich möglich ist, auch politisch klug sei. Wenn der Sinn mancher Einschränkungen der Bevölkerung nicht mehr vermittelbar ist, sinke die Akzeptanz für die Entscheidungen als Ganzes. ,,Die aktuelle Situation erfordert politisches Handeln, doch dieses Handeln darf nicht in ein Wirrwarr aus unübersichtlichen und schwer nachvollziehbaren Einschränkungen ausufern“, so Fackler abschließend.