Junge Liberale Allgäu: Corona muss europäisch bekämpft werden

Kempten (Allgäu): Die Jungen Liberalen Allgäu sprechen sich gegen pauschale Grenzschließungen innerhalb des Schengen-Raums zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aus. Laut dem Vorsitzenden, Maximilian Deffner (21) aus Immenstadt, müsse eine einheitliche europäische Linie beim Infektionsschutz das Ziel sein. „Anstatt die Errungenschaften der Reiseverkehrsfreiheit zu opfern und sich in die Nationalstaaten zurückzuziehen, muss Europa jetzt Stärke und Einheit zeigen“, so Deffner. Inwiefern Grenzschließungen überhaupt eine nennenswerte infektionsmedizinische Wirkung haben, ist unter Virologen unterdessen umstritten. Der Schatzmeister der Jungen Liberalen und designierter Oberallgäuer Kreisrat Michael Käser hierzu: „Grenzschließungen greifen massiv in die Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort ein. Berufspendler haben mit langen Staus zu kämpfen.  Im Zweifelsfall wird sogar die kritische Infrastruktur eines Landes mit solchen Maßnahmen gefährdet. In einer Grenzregion wie dem Allgäu mit En- und Exklaven wie dem Kleinwalsertal oder Jungholz ist die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen stark anzuzweifeln, da dieser Schritt der Quarantäne einer ganzen Ortschaft gleichkommt, obwohl die Fallzahlen sehr gering sind.“ Käser weiter:  „Es muss auf eine gemeinsame europäische Infektionsschutzpolitik hingewirkt werden. Europa hat bereits viele Krisen durchstanden – jetzt müssen wir alles dafür tun, dass die EU an dieser nicht zerbricht.“