Junge Liberale Allgäu zeigen neue Wege beim Naturschutz im Zusammenspiel mit dem Allgäuer Tourismus auf

Am vergangenen Wochenende (16.02.2019) trafen sich die Jungen Liberalen Allgäu zu ihrer Klausurtagung in Kempten. Allen voran der Naturschutz im Zusammenspiel mit dem Tourismus im Allgäu stand dabei im Fokus. Als Experten für die Ausarbeitung dieses Themas war Max Löther, Projektassistent des Naturparks Nagelfluhkette, eingeladen, welcher in einem Inputreferat  die Arbeit des Naturparks erläuterte.
 
„Der Schutz unserer Natur ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Allerdings wird häufig nur auf Verbote, Subventionen und Verordnungen gesetzt. Innovativen Ansätzen und dem Spiel von Angebot und Nachfragen wird kaum Raum eingeräumt. Uns Jungen Liberalen ist es wichtig, neue Wege beim Natur- und Artenschutz aufzuzeigen, um ein Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie herzustellen. Dabei wollen wir auf Bildung, freiwillige Kooperation und Marktmechanismen setzen“, so Maximilian Deffner aus Stein, Vorsitzender der JuLis Allgäu.
Die Jungen Liberalen sprechen sich für einen Mountainbike-Park (beispielsweise am Mittag) aus. Durch einen attraktiven und professionellen Park im Allgäu haben Downhill-Biker einen Anreiz, dort ihre Leidenschaft auszuüben anstatt naturbelassene Gebiete und Rückzugsorte für seltene Tierarten unnötig zu stören. Zudem sollen Mountainbikestrecken auf privaten Wegen bei Bedarf von den jeweiligen Kommunen gepflegt und die Haftung für Unfälle übernommen werden. Dies könnte eine Lösung für das Spannungsfeld zwischen Grundbesitzern, Bikern und Naturschützern sein.
Ein weiterer wichtiger Beschluss ist das Ermöglichen von ausgewiesenen Naturcampinggeländen in den Allgäuer Alpen. Wildcamping in den Alpen erfreut sich aktuell großer Beliebtheit. Leider zu Lasten der Natur. Einzigartige Orte wie der Schrecksee werden immer öfter Schauplatz von Umweltverschmutzung. Allerdings ist ein reines Verbot des Campings nicht zielführend. Die Jungen Liberalen befürworten stattdessen die Schaffung von ausgewiesenen Naturcampinggeländen in den Alpen. Betreut werden sollen diese Plätze von Rangern, die dafür sorgen, dass keine Schäden für Flora und Fauna entstehen. Ebenso sprechen sie sich für den Informationsausbau für naturnahem Tourismus (insbesondere für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer) aus, da gerade hier oftmals in Gebiete eingedrungen wird, welche bislang ein Rückzugsort für Tiere war. Statt auf Verbote oder Überwachung wird auf eine Sensibilisierung für den Schutz und Erhalt der Allgäuer Natur gesetzt.
Zuletzt fordert die Jugendorganisation der FDP einen Standortwechsel des Naturerlebniszentrums Alpin, welches 2018 von Ministerpräsident Dr. Markus Söder ins Leben gerufen wurde. „Das Zentrum ist eine Bereicherung für unsere Region, allerdings sehen wir aufgrund der höheren touristischen Nutzung Oberstdorf als sinnvolleren Standort. Statt Beschwichtigungspolitik wäre eine vernunftorientierte Vergabe von Mitteln für den Naturschutz geboten“, so Deffner abschließend.