Neu Denken bei der Verkehrs,- und Parksituation in Kempten

Auf dem ersten Stammtisch der Jungen Liberalen Allgäu nach der Bundestagswahl am 13.10.2017 wurden zu Beginn natürlich die Ergebnisse im Allgäu und die derzeitigen Koalitionsverhandlungen hitzig diskutiert. Die FDP-Jugend ist zufrieden mit dem Ausgang der Wahl, da mit Stephan Thomae ein Freier Demokrat aus dem Allgäu im Bundestag vertreten ist. Nun ist es allerdings an der Zeit in Sondierungsgespräche mit Grünen und Union zu gehen und Trendwenden für das Land zu ermöglichen.

Im Fokus des Treffens stand jedoch nicht nur die Bundestagswahl, sondern vor allem die Verkehrs- und Parksituation in Kempten. Vor allem die Parksituation rund um die Hochschule ist untragbar. Durch die Gebührenpflicht öffentlicher Parkplätze durch die Stadt Kempten und das geplatzte Abkommen der Hochschule mit XXL-Lutz spitzt sich die sowieso schon angespannte Situation nochmals zu. Der nahende Winter beunruhigt die Gemüter zusätzlich. „Viele Studierende an der Hochschule wohnen nicht direkt in Kempten, sondern pendeln von außerhalb auf den Campus. Warum sollte ein/e Studierende/r aus Immenstadt mit dem Bus – der ja kostenlos wäre –  fahren, wenn man nach dem Seminar um 19 Uhr mit demselben nicht mehr nach Hause kommt? Natürlich fährt man da mit dem eigenen Auto. Es müssen neue Wege gegangen werden und zwar schnell! “, meint der Vorsitzende der Jungen Liberalen Allgäu und ehemalige Studierendenvertreter Michael Käser.

In diesem Sinne haben sich die Jungen Liberalen einstimmig für die Prüfung eines sogenannten „Park & Ride“ Systems für Kempten ausgesprochen. Die Idee dahinter: ein kostenfreier Parkplatz am Rande der Stadt, bei welchem in 15-minütiger Taktung die Busse in die Innenstadt und wieder zurückfahren. „Ein solches System könnte die Park- sowie die Verkehrssituation der Stadt enorm entlasten. Gerade für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf 450 € Basis, Studierende sowie Schülerinnen und Schüler wäre eine solche Lösung attraktiv. Des Weiteren muss der ÖPNV – gerade von Kempten ins Oberallgäu und zurück – verbessert werden. Unsere Hoffnungen liegen hier ganz in der Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs – dem Autonomen Fahren.“, so Käser weiter.

Des Weiteren sehen die JuLis ein kostenloses Busticket für ältere Menschen bei freiwilliger Abgabe des Führerscheins als sinnvolles Angebot für ein mögliches Umdenken. Als Beispiel dient bereits Kaufbeuren: hier kann jede/r ab 63 Jahren den Führerschein freiwillig abgeben und dafür ein Jahr lang kostenfrei mit dem öffentlichen Bus fahren. „Wir sehen hier in Kempten noch Nachholbedarf.  Dieser Vorschlag verbietet selbstverständlich niemandem, weiterhin mit dem Auto zu fahren. Vielmehr soll es lediglich ein Impulsgeber dafür sein, dass man seine eigene Fahrtüchtigkeit nochmal kritisch hinterfragt.“, erzählt Daniela Busse, stellv. Vorsitzende der Jungen Liberalen Allgäu. Vorteil eines solchen Tickets: Seniorinnen und Senioren, die ihre Fahrerlaubnis abgeben, verlieren nicht automatisch ihre Mobilität, sondern können dann ein ganzes Jahr kostenfrei den Bus nutzen.